Dieser Bericht wird relativ kurz ausfallen, weil ich eigentlich nur einen Programmpunkt hatte, nämlich den Besuch des nächstgelegenen Nationalparks. Dorthin bin ich um 11 Uhr aufgebrochen, nachdem ich vormittags versucht hatte, diverse Besorgungen zu machen. Damit war ich aber nicht besonders erfolgreich, letztlich habe ich mir nur ein Haarwaschmittel gekauft, und auch das war eine Herausforderung: In dem Supermarkt hatte ich zunächst nämlich nur mehrere Regale mit Haarwaschmitteln für Babys gefunden – die für Erwachsene standen ganz woanders.
Als Ausgangspunkt meines Besuchs im Nationalpark hatte ich das kleine Dorf Folusz ausgewählt, ca. 20 km von Jasło. Der Ort ist ganz klein (650 Einwohner), und die Häuser stehen weit voneinander entfernt. D.h., man kann das Dorf gar nicht als solches wahrnehmen. Es handelt sich hier im Übrigen auch um Vertreibungsgebiet, denn ursprünglich war Folusz von Lemken (einem der russinischen Stämme) besiedelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Westpolen umgesiedelt wurden.
Als Ziel für eine Wanderung hatte ich den „Teufelsstein“ (Diabli Kamień) ausgesucht, der etwa anderthalb Kilometer vom Parkplatz entfernt sein soll. Es war aber gar nicht so leicht, einen Ausgangspunkt zu finden, und letztlich habe ich schon viel zu früh geparkt, an der Kirche von Folusz.
An der Straße, die in den Park hineinführte, standen viele einladende Schilder, alle zu Fischrestaurants o.Ä. Hier im Gebirge gibt es viele Forellen, und auf denen lag der Schwerpunkt der Restaurants und Imbisse. An einer Stelle wurde auch angeboten, dass man selbst angeln darf – das ist aber nicht für mich.
Schließlich ging ich auf einer engen Asphaltstraße, von der der Weg abgehen sollte, aber es gab keinerlei Beschilderung. So habe ich schließlich Google Maps verwendet, das mich zu früh von der Straße abführte. So musste ich über einen kleinen Bach springen und ging dann ohne Weg und durch Gestrüpp nach oben, immerhin war das Ziel immer klar.
Irgendwann traf ich auf andere Leute, die auf dem richtigen Weg gekommen waren, mit denen ging ich dann hinauf zum Teufelsstein, einem Felsenkomplex mitten im Wald. Es gibt natürlich auch eine Legende dazu, nämlich dass eine Gruppe von Teufeln einen riesigen Felsklotz auf eine Kirche werfen wollte. Nur waren sie zu langsam und verloren bei Sonnenaufgang ihre Macht. Da fiel der Klotz herunter und zerbrach…
Ursprünglich hatte ich vor, denselben Weg zurückzugehen, aber am Teufelsstein gab es einen Wegweiser zum Magura-Wasserfall. Dem bin ich dann doch gefolgt, vor allem auch, weil ich nicht der Einzige war, der da herumlief. Der Weg stieg einige Zeit noch an und ging danach wieder herunter. Und irgendwann stand ich am Wasserfall, der aber leider keiner war. Man sah nur ein kleines Gerinnsel unten in der Tiefe. Der Klimawandel hat also auch hier zugeschlagen.
Vom Wasserfall lief ich wieder ins Tal und zu meinem Auto. Ich bin allerdings nicht gleich zurückgefahren, sondern bin in eines der Fischrestaurants gegangen, wo ich eine gebratene Forelle gegessen habe. Auf dem Foto sieht sie aus irgendwelchen Gründen rot aus, das ist aber eine Täuschung. Sie sah normal aus und hat normal geschmeckt.
Die Wanderung hat insgesamt etwas weniger als zweieinhalb Stunden gedauert und war erstaunlich anstrengend. Ob das an meinem Alter liegt oder am aktuellen Klima hier in der Region, sei dahingestellt.
Dann bin ich nach Jasło zurückgefahren und habe mich erstmal erholt. Abends war ich noch essen, und zwar in einem feinen bürgerlichen Restaurant. So etwas gibt es in Jasło also auch.












