5. August 2015: Von Heidelberg bis Polanica-Zdrój

Nachdem ich es wirklich geschafft habe, von Tübingen loszukommen, wird hiermit nun auch der Blog wiedereröffnet, auf dem ich traditionell über meinen Reise durch Mittel- und Osteuropa berichte. Ich hoffe mal, dass ich es wirklich durchhalte, denn ein solches Tagebuch erfordert Disziplin, an der es mir manchmal mangelt, speziell in den Ferien. Andererseits gab es jetzt mehrere Anfragen, ob ich wieder berichten werde, und da freut es einen dann doch, wenn die bisherigen Berichte in guter Erinnerung sind.

Das Ziel meiner diesjährige Reise kann ich heute noch nicht bekanntgeben, höchstens ganz vage als Ostpolen. Aber ich will da in eine bestimmte Gegend, die ich erst benenne, wenn ich dort bin und weiß, ob das, was ich dort suche, auch wirklich noch zu erkennen ist.

Es sei auch noch kurz erwähnt, dass ich gewisse Probleme damit habe, mit dem Programm zu arbeiten, mit dem ich den Blog erstelle. Das ist leider in jedem Jahr so. Gestern Abend habe ich es aber nicht einmal geschafft, die Stelle zu finden, an der man neue Beiträge anlegt, aber da war ich müde und angetrunken… So hoffe ich, dass heute Morgen alles klappt. Nur auf Bilder will ich vorerst verzichten, die werden u.U. noch nachgeliefert.

Jetzt aber zum gestrigen Tag, der nicht sehr ereignisreich war. Ich bin kurz vor 10 Uhr in Heidelberg losgefahren und in Deutschland zügig vorangekommen. Auf der Strecke Heilbronn-Nürnberg ist meist nicht so viel Verkehr und nach Nürnberg erst recht nicht. Ich habe auch mein neues Auto genossen und Musik gehört, allerdings mit gewissen Schönheitsfehlern. D.h. manche Dateien kann ich nicht abspielen, vermutlich muss ich die noch umformatieren.

Hier bin ich in März gestürzt.

Die Rotunde von Starý Plzenec

Gegen 13 Uhr war ich dann an der Grenze und bin weitergefahren bis Starý Plzenec, dem Ort, wo ich mir am 15. März das Bein gebrochen habe. Ich habe mein Auto an derselben Stelle wie damals abgestellt und bin den Hügel hinaufgelaufen zur Rotunde. Diesmal war es trocken und heiß, trotzdem konnte ich die Stelle des Sturzes identifizieren und fotografieren. Wider Erwarten war auch die Rotunde geöffnet, wegen einer Reisegruppe, die aber noch nicht da war. Und die Dame, die den Schlüssel hatte, ließ mich ohne Eintritt hinein – es sei ihr zu mühselig, mir eine Karte zu verkaufen. Die Rotunde ist auch innen eindrucksvoll, da im Originalzustand (also nicht verputzt). Am interessantesten fand ich den romanischen Kachelfußboden mit Tiermotiven, der freilich – so steht es im Prospekt – von 1976 ist. Da kann man dann nur hoffen, dass sie ihr Vorbild (angeblich ein Fußboden vom Vyšehrad) gut kopiert haben. – Beim Rückweg fiel mir dann auf, dass der Weg steiler ist, als ich in Erinnerung hatte, und viel kürzer. Aber woran dieser Eindruck liegt, ist ja wohl klar. Im März habe ich ja eine Dreiviertelstunde gebraucht, um zu meinem Auto zurückzuhumpeln.

Fußboden in der Rotunde

Ich bin dann weitergefahren, vorbei an Prag (auf der relativ neuen Ringstraße) und in Richtung Königgrätz. Hier häuften sich schon die Staus. Dann vorbei an Pardubice, was mir besonders schwer fiel, denn dort befindet sich auch etwas, was mit dem Ziel meiner Reise zu tun hat, was ich aber besser erst auf der Rückfahrt besuche. Auf der Straße von Königgrätz zur polnischen Grenze bin ich noch langsamer vorangekommen, weil dort eine Baustelle die andere ablöst, und das seit Jahren. Ich frage mich, ob die überhaupt die Absicht haben, noch fertigzuwerden. Dass man am besten im Sommer baut, wo die Touristen kommen, hat mich ja früher gewundert. Aber nachdem diese Taktik jetzt auch in Tübingen angewandt wird (durch Sperrung der Neckarbrücke), sage ich lieber nichts mehr.

Und auch in Polen ging es so weiter, die Strecke von der Grenze bis Glatz ist eine Großbaustelle, was sie jedenfalls vor zwei Jahren noch nicht war. Zeitweise habe ich schon daran gezweifelt, ob das Hotel, das ich ansteuerte, noch kommt, aber sieh da, es kam, hatte ein freies Zimmer und ermöglichte mir ein Ende der Reise und einen angenehmen Abend. So bin ich nun in Polanica-Zdrój im Hotel Alpejski (keine Ahnung, warum das so heißt). Und morgen (d.h. heute) geht es dann nach Albersdorf und vielleicht ins Gebirge.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen ersten Eintrag, lieber Tilman! Darin hast Du uns quasi im Vorbeifahren auch die Neuigkeit eröffnet, dass Du im Besitz eines neuen Autos bist. Wir sind derzeit ja mit einem Škoda Yeti unterwegs, dass aber aus Kostengründen in Bratislava angemeldet ist. Somit machen wir mit einem slowakischen Kennzeichen die Gegend unsicher, was aber für unsere Familie da eh gut passt. Kein Wunder, dass Du nach so einer langen Anfahrt in der Hitze müde warst. Auch hier sind ringsum überall Baustellen und tolle Umfahrungen. Wenn ich die Gegend nicht schon kennen würde, wäre es zum Verzweifeln. Außerdem stehen bei den Abkürzungen Polizisten und fangen die Unbelehrbaren und Ortsunkundigen heraus, die glaubten, sich etwas zu ersparen. Die sind jetzt um 2000 Kronen leichter (oder eben den entsprechenden Betrag in Euro). Dir eine gute Weiterreise und einen erholsamen Abend nach dem Ankommen! Herzliche Grüße von allen an der ehemaligen Sprachgrenze.

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