1. August: Gdańsk/Danzig

Am Dienstag sind wir endlich nach Gdańsk/Danzig gefahren, endlich deshalb weil dieser Ausflug von Anfang an besprochen war und im Detail diskutiert wurde. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob wir mit dem Auto fahren oder mit dem Zug. Nachdem sich dann herausgestellt hatte, dass die Zugfahrt ab Allenstein ungefähr so lange dauert wie die von Google Maps prognostizierte Autofahrt, haben wir uns doch für das Auto entschieden. Die Fahrt verlief auch insgesamt ruhig, durch Dörfer mit Störchen und u.a. vorbei an Morąg/Mohrungen, der Geburtsstadt von Johann Gottfried Herder. Kurz vor der Ostsee, hinter Elbląg/Elbing, begann dann der „dickflüssige Verkehr“ und dauerte bis Danzig, wo wir kurz nach 13 Uhr ankamen. Und nach einer kurzen, aber intensiven Parkplatzsuche stellten wir das Auto auf einem Hotelparkplatz in der Nähe der St.-Katharinen-Kirche ab, um von dort in die Altstadt zu gehen.
Natürlich mussten wir uns nach der langen Fahrt erst stärken. Das geschah in einem Imbiss, der sich neben dem Eingang zur Kirche befindet, auf einem kleinen eingezäunten Gelände. Und dahinter ist der Eingang zu einem Karmeliterkloster, das vermutlich auf diese Welt Geld hinzuverdient. Ich glaube, so etwas gibt es nur in Polen. Aber die Piroggen war wirklich gut, da sieht man dann über die Merkwürdigkeiten des Ortes hinweg.
In der Altstadt haben wir als erstes (von außen) das Zeughaus besichtigt, einen Renaissance-Prachtbau. Und wir stellten fest, dass in Danzig derzeit St.-Dominicus-Markt ist, was bedeutet, dass alle Straßen mit Ständen vollgestellt sind und man sich nur mühsam vorwärtsbewegen kann. Aber man kann natürlich auch etwas kaufen, z.B. hübsche Lesezeichen aus Metall. Nach Abschluss des Kaufes sind wir dann allmählich zum Goldenen Tor vorgedrungen, einem wirklich beeindruckenden Bau von 1614, dann zum Rathaus, zum Neptunbrunnen und schließlich zum Artushof, wo ich mich von meinen Nichten fotografieren ließ (das Ergebnis ist auf Facebook zu besichtigen). Dazwischen wurde Eis konsumiert und es wurden diverse moderne Attraktionen besichtigt, so eine als grüne Statue geschminkte Dame und ein Stand mit tanzenden Mickey-Mouse-Figuren. Durch das Grüne Tor gelangten wir schließlich zur Motława/Mottlau, an der wir ja gerne entlanggegangen wären, aber es war wirklich sehr voll.
Beim Brotbänkertor sind wir in die Altstadt zurückgekehrt, haben uns in einem Café erholt, wo es u.a. ein Smoothie mit Spinat gab, das meine eine Nichte nach längerem Zögern doch bestellt und getrunken hat. Danach haben wir uns die Marienkirche zugewandt, die allerdings eingerüstet ist und offenbar renoviert wird. Erst als wir schon aufgegeben hatten, haben wir doch einen Eingang gefunden und einen Kurzbesuch abgestattet, bevor wir in einen Schokoladengeschäft eilten, von wo wir anderen Gästen in Barczewko Schokolade mitbringen sollten. Auch diese Operation ist gelungen, dann ging es zurück zum Auto. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Schlenker zur ehemaligen Leninwerft und dem Solidarność-Denkmal gemacht, wo ich die nicht einfache Aufgabe hatte, meinen Nichten kurz die Geschichte von den Streiks von 1970 bis heute zusammenzufassen. Das ist aber wirklich gelungen, auch wenn ich auf die abschließende Frage einer Nichte, ob die Leute denn jetzt mehr Geld hätten als vor den Streiks, keine richtige Antwort geben konnte…

Die Rückfahrt zog sich natürlich auch wieder, aber wir sind fast rechtzeitig zum Abendessen auf dem Bauernhof eingetroffen, konnten die Schokolade überreichen und von unseren Erlebnissen berichten.

Das Danziger Zeughaus

Berichterstatter mit Löwe

Kaschubische Stickereien, die hier verkauft werden

Ein Kommentar

  1. Sehr schön. Das FB-Foto schick mir bitte. Und apropos Imbiss und Kloster: Ich würde mal sagen, dass die Klosterschenke im Kloster Weltenburg in Bayern den Danziger Klosterimbiss an Größe und Umsatz durchaus noch übertrifft. Noch dazu ist in Weltenburg auch noch die Brauerei angeschlossen. 🙂

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