22./23. August 2021: Rückreise nach Tübingen

Über die beiden letzten Tage gibt es nicht mehr viel zu berichten. Am 22. August, einem Sonntag, habe ich noch einen evangelischen Gottesdienst in Cieszyn besucht, in der 1710-1723 erbauten Jesuskirche (Kościół Jezusowy), einer der sechs Gnadenkirchen, die den schlesischen Protestanten 1709 in der Konvention von Altranstätt zugestanden worden war. Diese Kirche fasst 6.000 Personen und ist heute die größte evangelische Kirche Polens. Gottesdienste gab es dort um 8 und um 10 Uhr, ich habe es erst zum zweiten Gottesdienst geschafft, konnte aber, weil ich früher dort war, ein bisschen in der Kirche fotografieren.

Und dann habe ich den anderthalbstündigen Gottesdienst genossen, mit zweieinhalb Taufen, Abendmahl und sehr vielen Liedern! Alle Teilnehmer_innen trugen Masken (das hat mich angenehm überrascht), nur der Pfarrer nahm seine ab, was aber auch in Ordnung ist. Leider habe ich ihn schwer verstanden, was nicht nur an meinen bescheidenen Polnischkenntnissen gelegen haben dürfte, sondern auch an der Akustik und daran, dass er nuschelte. Der Aufbau des Gottesdienstes hat mich teilweise auch überrascht, so begann der Pfarrer erst einmal mit den Abkündigungen. Bei den Taufen wurden erst zwei kleine Jungen getauft und gesegnet, das dritte Kind wurde nur gesegnet, vielleicht hatte da die Taufe schon während der Pandemie stattgefunden. Merkwürdig fand ich, dass der Pfarrer die Kanzel nach der Predigt nicht verließ, sondern den Gottesdienst von dort aus weiterführte. Ja, und das Abendmahl (an dem ich nicht teilgenommen habe) wurde mit Einzelkelchen durchgeführt, genauso wie in Białystok (und vermutlich auch mit Wein).

Nach dem Gottesdienst bin ich nach Tschechien hinübergefahren, habe in Český Těšín die zweisprachigen Straßenschilder bewundert – dort gibt es nämlich eine polnische Minderheit, während es im polnischen Cieszyn keine Tschechen (mehr) gibt. Und dann machte ich mich auf den langen Weg nach Westen, in Richtung Česká Lípa. Der Einfachheit halber hatte ich nämlich wieder in demselben Hotel ein Zimmer gebucht, denn ich musste etwas, was ich dort vergessen hatte, abholen… Und dieses Mal hat auch alles gut geklappt, per SMS wurde mir der Code für das Zimmer mitgeteilt, das ich beziehen konnte, obwohl niemand an der Rezeption saß.

Der Abend endete dann noch mit einer gewissen Überraschung, denn ich wollte noch einmal in dasselbe Restaurant gehen, in dem ich zwei Wochen vorher gewesen war. Ich habe das Restaurant aber nicht gefunden und brauchte längere Zeit, bis ich verstanden habe, dass sich in denselben Räumlichkeiten ein frisch eröffnetes indisches Restaurant befindet. Das hatte zwar eigentlich schon geschlossen, aber ich bekam doch noch etwas zu essen (natürlich vegetarisch). Der Inhaber war sehr nett, wir haben uns aber auf Englisch unterhalten, weil sein Tschechisch eher bescheiden war. Und dann stürmten, während ich dort saß, noch fünf oder sechs weitere Inder das Restaurant, die leere Gefäße zurückbrachten, offenbar von einem Catering. Ein tolles Erlebnis!

Am nächsten Morgen bin ich dann nach Deutschland gefahren, vorbei am Říp, Prag und Pilsen, nach München. Dort habe ich meinen Bruder getroffen und private Angelegenheiten erledigt, abends kurz nach 22 Uhr war ich dann wieder in Tübingen.

Ein Kommentar

  1. Willkommen daheim, gottseidank ist diesmal auf der Fahrt alles gut gegangen. Vielen Dank für die schönen Eindrücke, auf bald bei der nächsten Reise.

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