24. August 2011: Endlich abgereist

Es tut mir Leid, dass ich erst jetzt wieder etwas für diesen Blog schreibe. Nach dem vielversprechenden Anfang hatte ich einige Reaktionen erhalten, die mich ermutigten, mich weiter in dieser literarischen Form zu versuchen, nur hat das dann doch nicht so schnell funktioniert. Vor allem bin ich gar nicht an dem Wochenende vom 13./14. August weggefahren, sondern faktisch erst eine Woche später. Das hatte verschiedene Gründe, beginnend mit einem Inspektionstermin in der Škoda-Werkstatt am 15. August, dann waren noch Artikel zu Ende zu schreiben, und ich war auch schon in Tübingen in einer solchen Urlaubsstimmung, dass ich den Ortswechsel gar nicht mehr wirklich benötigt habe…

Nach Zwischenaufenthalten in Heidelberg und Darmstadt, über die ich lieber nicht blogge, weil ich sonst zu viele Persönlichkeitsrechte verletze, habe ich dann aber am Montag doch noch den Absprung geschafft. Über Mittelfranken, wo ich mich spontan mit Ahnenforschung beschäftigen wollte, nur leider am falschen Ort (näheres teile ich bei Bedarf auf Anfrage mit), bin ich dann nach Böhmen gefahren und dort in einer Irrfahrt von Hořovice nach Slaný. Das Ziel war eigentlich nur, nicht immer auf der Autobahn zu bleiben, aber angesichts der schlechten Ausschilderung wurde das Ganze fast zum Abenteuer, mit Kurzbesuchen in Orten mit den schönen Namen Felbabka und Rpety. Ich musste an Ludvík Vaculík denken, der in einem seiner Romane davon berichtet, wie er Orte mit schönen Namen im Atlas sucht und dann hinfährt – ich habe das auch ohne Atlas geschafft. Am Spätnachmittag hatte ich dann den Einfall, ich könnte zum Říp fahren und diesen besteigen, aber angesichts der Hitze bin ich dann doch in Slaný geblieben, einer Kleinstadt nordwestlich von Prag, mit großer Geschichte und wenig Gegenwart. Wie in jeder tschechischen Stadt, die etwas auf sich hält, ist der Hauptplatz gesperrt und wird renoviert, gleichzeitig kann man aber (das gehört dazu!) trotzdem mit etwas Glück auf den Platz kommen. Ich habe dort in einer Gaststätte mit dem schönen Namen Kaffeehaus ohne Ende (Kavárna bez konce) Palatschinken gegessen, habe zwei Afrikaner bewundert, die vor dem Piaristenkolleg im Schatten saßen und offenbar gerade ein Auto gekauft hatten (kurz danach kam nämlich ein Tscheche und überreichte ihnen neue Nummernschilder, die er im Rathaus beschafft hatte), und bin schließlich im ersten Haus am Platz abgestiegen, das so fein war, dass ich dort nur Ausländer/innen getroffen habe…

Am nächsten Morgen bin ich nach Prag gefahren, zu einem Treffen über die Veleslavín-Edition (die sich, auch dank meiner Langsamkeit, noch lange hinziehen wird), und von dort endlich nach Ostböhmen. Über die nächste Irrfahrt an der tschechisch-polnischen Grenze und ihren Endpunkt an einer anderen Stelle derselben Grenze berichte ich dann als nächstes, aber nicht mehr heute. Ich kann jedenfalls schon die Begegnung mit einem Schloss und einem Wallfahrtsort versprechen!

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