6. August 2019: Sady – Uherský Brod – Trenčín – Spišská Nová Ves

An diesem Tag bin ich früh aufgebrochen und wollte als erstes bei der Autowerkstatt vorbeischauen, wohin im letzten Jahr mein Auto abgeschleppt wurde, diesmal wollte ich mich bei den Mitarbeitern für die gute Abwicklung der langen Geschichte bedanken. Daraus ist aber nichts geworden, denn ich habe vergebens einen Parkplatz gesucht und dann beim dritten Vorbeifahren gemerkt, dass die Werkstatt verwaist ist – offenbar werden gerade die Räumlichkeiten renoviert. Das muss ich also auf später verschieben.

Als nächstes bin ich dann durch einen Ortsteil von Uherské Hradiště gefahren, der Sady heißt (wörtlich „Gärten“), da fiel mir ein, dass ich dort vor vielen Jahren die Ruine einer großmährischen Kirche besucht habe (in der selbstverständlich auch der Hl. Method begraben sein soll). Diesmal musste ich länger suchen, auch wenn am Fuß des Hügels jetzt ein schickes Hinweisschild steht, das auf die „Anhöhe des Hl. Method“ („Výšina svatého Metoděje“) verweist (so heißt der Hügel seit 2013). Die Ruinen sind (zum Glück) unverändert, werden aber von der jüngeren Generation als Fahrradrennstrecke genutzt. Ja, und auf dem Rückweg habe ich am Fuße des Hügels auch noch die Erinnerung an den ehemaligen jüdischen Friedhof von Uherské Hradiště entdeckt, der von den deutschen Besatzern zerstört wurde.

 

 

 

 

Dann machte ich mich auf den Weg nach der Osten, mit der Absicht, möglichst weit zu kommen, am besten schon in die Ostslowakei. Einen letzten Zwischenstopp auf tschechischem Gebiet machte ich in Uherský Brod, wo ich die am Vortag gekaufte SIM-Karte noch einmal aufgeladen habe, nach kurzem Zögern widerstand ich der Versuchung, das Comenius-Museum zu besuchen, das es hier inzwischen gibt. Comenius ist übrigens in Uherský Brod geboren, man weiß leider nur nicht genau, wo. Als ich das letzte Mal in Uherský Brod war, stritten sich gleich drei Orte um diese Ehre…

 

 

 

 

Die Grenze zur Slowakei habe ich bei der Raststätte Rasová überquert, nicht ohne dort wieder einmal die vorzüglichen Aprikosenknödel zu genießen, dann war ich bald in Trenčín, einer Stadt, die ich seit vielen Jahren gut kenne. Ich habe in der Nähe der Synagoge geparkt (heute ein Kulturzentrum), habe Geld abgehoben und die Burg von unten betrachtet, anschließend habe ich an einer Tankstelle eine Autobahnvignette erworben. Bzw. ich wollte sie erwerben und erfuhr dann, dass man in der Slowakei keine Vignette mehr kauft, die man an die Windschutzscheibe klebt, sondern dass man elektronisch registriert wird. Und dann scannt die Polizei vermutlich die Autokennzeichen. – Dass mir das alles schon mal passiert ist, wurde mir erst klar, als die Dame in der Tankstelle Probleme hatte, mein Kennzeichen einzugeben, und zwar wegen des Buchstaben Ü. Den Bindestrich konnte sie auch nicht eingeben, und so heißt mein Auto jetzt TUTB8756. Mal sehen, wie die slowakische Polizei das findet…

 

 

 

 

Dann bin ich nur noch durchgefahren, vorbei an Žilina, Ružomberok, Martin, Liptovský Mikuláš, Poprad und hinein in die Zips. Unterwegs habe ich mir überlegt, dass ich in Zipser Neudorf alias Spišská Nová Ves alias Igló absteigen könnten, einer netten mittelgroßen Stadt, wo ich schon vor drei Jahren mal ein paar Tage in einem sehr angenehmen Hotel gewohnt habe. Leider hat es dieses Mal nicht so gut geendet, denn dieses Hotel war ausgebucht, vor der Pension Venuša bin ich zurückgeschreckt und landete schließlich in einem nicht ganz billigen Mammuthotel, wo direkt nach mir eine japanische Reisegruppe eintraf. Mehr Hotels im Zentrum hat Spišská Nová Ves offenbar nicht zu bieten. Ich habe dann nur ein Zimmer für eine Nacht genommen und beschlossen, am nächsten Tag weiterzufahren.

Abends habe ich noch die Gastronomie von Spišská Nová Ves erkunden wollen, landete aber schnell im selben Restaurant wie vor drei Jahren (es heißt übrigens Zbrojnoš „Waffenträger“). Ich habe gut zu Abend gegessen und war auch hier rechtzeitig dran, denn gegen Ende meines Aufenthalts begannen auch hier Japanerinnen und Japaner einzuströmen.

 

2 Kommentare

  1. Also das waren dann sicher Marillenknödel, wenn sie hervorragend geschmeckt haben. Aprikosenknödel können nie so gut sein. 🙂 Warst Du übrigens schon mal beim Rímsky nápis v Trenčíne aus dem Jahr 179?

    1. Du hast doch noch nie Aprikosenknödel gegessen, wie kannst du das denn vergleichen? Bei der römischen Inschrift war ich erstmals 1993 und danach auch noch öfter, heuer habe ich sie mir gespart.

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